Haarausfall: Ursachen, Formen und was Sie tun können

Haarausfall hat viele mögliche Ursachen: Veranlagung, ein Auslöser wie Krankheit oder Stress, eine Autoimmunreaktion, Zug an den Haarwurzeln oder eine Erkrankung im Körper. Bis zu 100 ausgefallene Haare am Tag sind dabei normal. Dieser Ratgeber des Trichologie-Salons SCALPERIA in Allersberg erklärt die wichtigsten Formen, zeigt, wer welche Ursache abklärt, und ordnet ehrlich ein, welche Rolle die Kopfhaut dabei spielt.

Kurz gesagt

  • Bis zu 100 ausgefallene Haare am Tag gelten laut Universitätsklinikum Tübingen und NHS als normal. Erst deutlich mehr über längere Zeit spricht für Haarausfall.
  • Die häufigste Ursache weltweit ist laut American Academy of Dermatology der erblich bedingte Haarausfall; er zeigt sich bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Mustern.
  • Vorübergehender, diffuser Haarausfall folgt oft zwei bis vier Monate nach einem Auslöser wie Krankheit, Operation, Geburt oder starkem Stress und wächst meist von selbst nach.
  • Kreisrunder, plötzlich starker, vernarbender oder entzündlicher Haarausfall gehört zuerst in ärztliche Hände.
  • Rückstände, Talg oder Schuppen auf der Kopfhaut sind selten die Ursache von Haarausfall, eine gepflegte Kopfhaut ist aber die Grundlage für gesundes Haar.

Wie viel Haarausfall ist normal?

Zwischen 50 und 100 Haaren am Tag zu verlieren ist normal und ein Zeichen dafür, dass sich das Haar erneuert. Das Universitätsklinikum Tübingen nennt 60 bis 100 Haare pro Tag als Teil der natürlichen Regeneration; erst wenn es dauerhaft deutlich mehr als 100 Haare sind, spricht man von Haarausfall.

Der Grund liegt im Haarzyklus. Laut DermNet befinden sich etwa 85 bis 90 Prozent der Kopfhaare in der Wachstumsphase, die mehrere Jahre dauert. Danach folgt eine kurze Übergangsphase und eine Ruhephase von einigen Monaten, an deren Ende das Haar ausfällt und ein neues nachwächst. Weil nicht alle Haare im selben Takt wachsen, verlieren wir täglich einen kleinen Teil, ohne dass das Haar lichter wird.

Wichtiger als das Zählen einzelner Haare ist deshalb der Verlauf: Lässt der Haarverlust nach einigen Wochen wieder nach? Bleibt die Haardichte erhalten? Oder entstehen lichte Stellen, ein breiterer Scheitel oder zurückweichende Schläfen? Viele Kundinnen und Kunden aus Allersberg, dem Landkreis Roth und Nürnberg kommen mit genau dieser Unsicherheit zu mir: Ist das noch normal oder nicht?

Welche Arten von Haarausfall gibt es?

Haarausfall ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Formen, die verschiedene Ursachen haben und unterschiedlich verlaufen. Die Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Formen und darüber, wer sie abklärt.

FormTypisches BildVerlaufAbklärung
Erblich bedingt (androgenetische Alopezie)Männer: Geheimratsecken, lichter Hinterkopf. Frauen: breiter werdender Scheitel bei erhaltener StirnhaargrenzeLangsam fortschreitend über JahreHautärztin oder Hautarzt, Hausärztin oder Hausarzt
Diffus und vorübergehend (telogenes Effluvium)Vermehrter Haarverlust am ganzen Kopf, keine kahlen StellenBeginnt zwei bis vier Monate nach einem Auslöser, klingt meist innerhalb mehrerer Monate abHausärztin oder Hausarzt, bei anhaltendem Verlauf Hautärztin oder Hautarzt
Kreisrund (Alopecia areata)Scharf begrenzte, runde kahle StellenPlötzlich, oft innerhalb weniger WochenImmer Hautärztin oder Hautarzt
VernarbendGlatte, glänzende Stellen ohne sichtbare Haaröffnungen, oft mit Rötung, Schuppen oder SchmerzenDauerhaft, wenn nicht früh behandeltDringend Hautärztin oder Hautarzt
Mechanisch durch Zug (Traktionsalopezie)Lichter werdender Haaransatz an Stirn und Schläfen bei straffen FrisurenSchleichend, bei dauerhaftem Zug bleibendFrisur ändern, bei Unsicherheit Hautärztin oder Hautarzt
Durch Erkrankungen, Medikamente, MangelzuständeMeist diffusAbhängig von der UrsacheHausärztin oder Hausarzt mit Laboruntersuchung

Erblich bedingter Haarausfall

Der erblich bedingte Haarausfall ist laut American Academy of Dermatology die häufigste Ursache von Haarausfall weltweit. Laut gesund.bund.de sind bis zu 70 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen betroffen, mit dem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Die Haarfollikel reagieren empfindlich auf ein Abbauprodukt des Testosterons, die Wachstumsphase wird kürzer und die Haare werden an den typischen Stellen immer feiner. Mehr zu den Mustern lesen Sie in den Ratgebern Haarausfall bei Männern und Haarausfall bei Frauen.

Diffuser Haarausfall nach einem Auslöser

Beim telogenen Effluvium wechseln viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase, zum Beispiel nach einer fieberhaften Erkrankung, einer Operation, einer Geburt, einer strengen Diät oder einer belastenden Lebensphase. Laut DermNet fällt der vermehrte Haarverlust zwei bis vier Monate nach dem Auslöser auf. Die American Academy of Dermatology beschreibt, dass das Haar bei den meisten Menschen innerhalb von sechs bis neun Monaten wieder seine gewohnte Fülle erreicht, sobald der Auslöser vorbei ist. Ausführlich dazu: Haarausfall durch Stress.

Kreisrunder Haarausfall

Beim kreisrunden Haarausfall richtet sich das Immunsystem gegen die Haarfollikel, es entstehen scharf begrenzte kahle Stellen. Laut DermNet liegt das Risiko, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, bei etwa 2 Prozent. Diese Form wird im Salon nicht behandelt, sondern gehört zuerst in eine dermatologische Praxis. Was Sie darüber wissen sollten, steht im Ratgeber Kreisrunder Haarausfall.

Vernarbender Haarausfall

Bei vernarbenden Formen zerstört eine Entzündung den Haarfollikel dauerhaft, die Haut wird an diesen Stellen glatt und glänzend. Weil die verlorenen Follikel nicht wiederkommen, zählt hier die Zeit: Rötungen, Schuppen, Schmerzen oder Brennen zusammen mit Haarverlust sollten rasch ärztlich untersucht werden.

Haarausfall durch Zug, Erkrankungen, Medikamente und Mangelzustände

Straffe Zöpfe, enge Dutts oder schwere Extensions ziehen dauerhaft an den Haarwurzeln; laut American Academy of Dermatology kann dieser Zug zu bleibendem Haarverlust führen, wenn er nicht aufhört. Auch Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente und Krebstherapien zählt der NHS zu den Ursachen vorübergehenden Haarausfalls. Ob ein Mangel vorliegt, zeigt nur eine Blutuntersuchung, und nur nach ärztlicher Abklärung eines Mangels ist ein Ausgleich sinnvoll.

Ärztlich abklären lassen: Haarausfall, der plötzlich und stark auftritt, kreisrunde oder scharf begrenzte kahle Stellen bildet, mit Rötung, Schuppen, Schmerzen, Juckreiz oder glatten vernarbten Stellen einhergeht oder Kinder betrifft, gehört zuerst in eine hautärztliche Praxis. Das gilt auch, wenn Sie gleichzeitig Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Zyklusstörungen bemerken. Ich führe in diesen Fällen keine Behandlung durch, sondern empfehle den Arztbesuch.

Welche Rolle spielt die Kopfhaut bei Haarausfall?

Rückstände, Talg, Schuppen oder eine gereizte Kopfhaut verursachen Haarausfall in den meisten Fällen nicht; die Ursache liegt bei den häufigen Formen in der Veranlagung oder in einem Auslöser im Körper. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Kopfhaut, denn sie ist der Boden, auf dem jedes Haar wächst.

Eine Kopfhaut, die unter dicken Rückständen aus Stylingprodukten, Trockenshampoo und Talg liegt, juckt, schuppt oder entzündet ist, bietet keine guten Voraussetzungen für gesundes Haarwachstum. Sie kann außerdem einen bestehenden Haarausfall überdecken oder verstärken, etwa wenn ständiges Kratzen die Haare zusätzlich belastet. Eine Kopfhaut-Grundreinigung befreit die Kopfhaut schonend von diesen Rückständen und beruhigt sie. Sie ist eine kosmetische Pflege und keine Therapie gegen Haarausfall, kann aber die Grundlage für alles Weitere verbessern.

Gut zu wissen: Im Trichologie-Salon SCALPERIA in Allersberg sehe ich mir Kopfhaut und Haare mit der Mikrokamera an Stirn, Schläfen, Scheitel und Hinterkopf an. Die Vergrößerung zeigt den Zustand der Kopfhaut, Rückstände, Rötungen und Unterschiede in der Haardicke. Sie zeigt aber nicht die Ursache im Körper und ersetzt keine ärztliche Diagnose.

Wer klärt Haarausfall ab und was macht der Salon?

Die Ursache von Haarausfall klärt eine Ärztin oder ein Arzt; der Salon kümmert sich um die Kopfhaut, die Dokumentation des Verlaufs und die passende Pflege. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.

  • Hautärztin oder Hautarzt: stellt die Diagnose, erkennt erblich bedingten, kreisrunden und vernarbenden Haarausfall und entscheidet über medizinische Behandlungen. Der NHS rät, vor dem Gang in ein kommerzielles Haarinstitut zuerst die Ursache ärztlich einordnen zu lassen.
  • Hausärztin oder Hausarzt: prüft mit einer Blutuntersuchung Schilddrüse, Eisenhaushalt und andere mögliche Auslöser und überweist bei Bedarf weiter.
  • Trichologie-Salon: beurteilt den Zustand der Kopfhaut, dokumentiert ihn mit der Mikrokamera, reinigt und pflegt die Kopfhaut und stimmt die Heimpflege ab. Bei Hinweisen auf eine Erkrankung empfehle ich zuerst den Arztbesuch.

Wie die Haarausfall-Beratung in Allersberg abläuft und was sie kostet, lesen Sie auf der Leistungsseite. Wenn Ihr Haar vor allem feiner und weniger geworden ist, hilft der Ratgeber Dünner werdendes Haar bei der Einordnung.

Was können Sie bei Haarausfall selbst tun?

Beobachten Sie den Verlauf, notieren Sie mögliche Auslöser der letzten Monate und holen Sie bei Warnzeichen ärztlichen Rat. Die folgenden Punkte helfen, den Überblick zu behalten:

  1. Verlauf festhalten: Fotografieren Sie Scheitel und Haaransatz alle vier bis sechs Wochen bei gleichem Licht. So erkennen Sie, ob der Haarverlust nachlässt oder fortschreitet.
  2. Auslöser zurückverfolgen: Fieber, Operation, Geburt, Diät, neue Medikamente oder eine belastende Phase zwei bis vier Monate vor Beginn sprechen für vorübergehenden Haarausfall.
  3. Jahreszeit berücksichtigen: Im Spätsommer und Herbst fallen bei vielen Menschen mehr Haare aus. Warum das so ist, erklärt der Ratgeber Haarausfall im Herbst.
  4. Kopfhaut schonen: Mild und lauwarm waschen, Hitze dosieren, straffe Frisuren lockern, Rückstände regelmäßig entfernen.
  5. Geduld haben: Weil ein Haar nach der Ruhephase erst neu austreibt, dauert es Monate, bis sich Veränderungen zeigen.

Wenn Sie in Allersberg, im Landkreis Roth oder in der Region Nürnberg eine ruhige Einschätzung Ihrer Kopfhaut wünschen, können Sie einen Termin für die Erstberatung mit Kopfhautdiagnostik anfragen. Ich nehme mir Zeit für Ihre Vorgeschichte und sage Ihnen offen, wo der Salon helfen kann und wo zuerst ärztlicher Rat nötig ist.

Ihre Kopfhaut genauer ansehen lassen

In der Erstberatung mit Mikrokamera-Diagnostik in Allersberg schauen wir gemeinsam, was Ihre Kopfhaut braucht.

Häufige Fragen

Wie viele Haare am Tag zu verlieren ist normal?

Zwischen 50 und 100 Haare pro Tag gelten laut NHS und Universitätsklinikum Tübingen als normal. Erst wenn dauerhaft deutlich mehr Haare ausfallen oder lichte Stellen entstehen, spricht man von Haarausfall.

Was ist die häufigste Ursache von Haarausfall?

Die häufigste Ursache ist laut American Academy of Dermatology der erblich bedingte Haarausfall. Laut gesund.bund.de sind bis zu 70 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen betroffen, die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu.

Kann Stress Haarausfall auslösen?

Ja. Nach einer belastenden Phase, einer Krankheit, Operation oder Geburt können viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase wechseln. Der vermehrte Haarverlust fällt laut DermNet zwei bis vier Monate später auf und klingt meist innerhalb mehrerer Monate wieder ab.

Wann sollte ich mit Haarausfall zum Arzt?

Bei plötzlich starkem Haarausfall, kreisrunden kahlen Stellen, Rötung, Schuppen, Schmerzen oder glatten vernarbten Stellen sowie bei Haarausfall bei Kindern. Auch wenn Sie unsicher sind, lohnt sich der Gang in die hautärztliche oder hausärztliche Praxis.

Verursacht eine ungepflegte Kopfhaut Haarausfall?

In den meisten Fällen nicht. Rückstände, Talg und Schuppen sind selten die Ursache, können aber die Kopfhaut reizen und ein ungünstiges Umfeld für das Haarwachstum schaffen. Eine gepflegte Kopfhaut ist die Grundlage, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung.

Was kann der Trichologie-Salon bei Haarausfall tun?

Im Salon sehe ich mir Kopfhaut und Haare mit der Mikrokamera an, dokumentiere den Zustand, reinige und pflege die Kopfhaut und stimme die Heimpflege ab. Die Behandlung ist kosmetisch; die Ursache des Haarausfalls klärt eine Ärztin oder ein Arzt.

Quellen

  1. Hair loss: Who gets and causes, American Academy of Dermatology
  2. Anlagebedingter Haarausfall beim Mann, gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit)
  3. Telogen effluvium, DermNet
  4. Haarausfall – was ist noch normal?, Universitätsklinikum Tübingen

Stand: 4. Oktober 2026. Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.